Erzen: „Wir müssen taktisch stets umstellen“

Foto: Dietmar Reker, www.sportpresse-reker.de

„The trend is your friend“, sagte schon der ehemalige Bayern-Manager Uli Hoeneß. Beim Fußball-Bezirksligisten TuS Langenholthausen geht der Trend aktuell in die falsche Richtung. Nach zwei Niederlagen in Serie steht die Düsterloh-Elf im Niemandsland der Staffel 4.

Die Sportredaktion der WP unterhielt sich mit Spielertrainer Michael Erzen (33) nach dem 1:4 bei Topfavorit SuS Langscheid/Enkhausen über die vergangenen Wochen und die mittelfristigen Perspektiven am Düsterloh.

Frage: Herr Erzen, wie sehr hat Sie der Name von Langscheids vierfachem Torschützen Ingmar Könemund in den vergangenen Nächten beschäftigt?

Michael Erzen: „Na ja, ich hatte ja schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass er ein Spieler ist, der aus wenigen Chancen Tore machen kann. Allerdings hat er es teilweise auch leicht gehabt.“

Frage: In wie fern?

Michael Erzen: „Wir haben zumindest bei zwei Gegentreffern durch naive individuelle Aussetzer stark mitgeholfen, weil wir nicht konsequent genug verteidigt haben.“

Frage: Naiv war das gesamte Defensivverhalten der vorderen TuS-Linien an der Sorpe, oder?

Michael Erzen: „Klar, wir können nicht immer alles auf die Viererkette schieben. Die wurde durch die fehlende Ballsicherung einiger offensiver Spieler immer wieder in Drucksituationen verwickelt, und da passieren dann eben auch Fehler.“

Frage: Was werfen Sie dem Offensivbereich vor?

Michael Erzen: „Wir haben die Innenverteidiger von Langscheid nicht rechtzeitig attackiert und deren Diagonalbälle leichtfertig zugelassen. Außerdem haben wir viele Bälle zu leicht verloren, weil wir uns in die Gegenspieler hineindrehen statt die Bälle auch mal prallen zu lassen. Dann entstehen natürlich Lücken, die eine Topmannschaft wie Langscheid gnadenlos ausnutzt.“

Frage: Neun Punkte aus sieben Spielen, können Sie mit dieser Bilanz leben?

Michael Erzen: „Das muss ich ja, aber im Ernst: Wir hätten drei oder vier Zähler mehr haben müssen, denn Spiele wie gegen Freienohl oder Warstein sollten wir eigentlich gewinnen. Aber ich muss auch feststellen, dass viele neue Spieler noch nicht in der Liga angekommen sind.“

Frage: Können Sie das konkretisieren?

Michael Erzen: „Die Liga ist schwierig, weil wir uns taktisch fast wöchentlich umstellen müssen. Teams wie Warstein oder Birkelbach stellen sich beispielsweise konsequent hinten ‘rein und wollen gar nicht mitspielen. Hingegen spielen Mannschaften wie Langscheid oder Plettenberg voll mit, und dadurch ergeben sich mehr Räume.“

Frage: Wie können Sie diesen taktischen Spagat schaffen?

Michael Erzen: „Indem wir weiterhin konsequent von Woche zu Woche die diesbezüglichen Inhalte trainieren. Ich mache den neuen Spielern auch keine Vorwürfe, denn auch ich habe letztes Jahr eine Weile gebraucht, um mich an die Spielweise in dieser Bezirksliga zu gewöhnen.“

Frage: Was ist bis zum Winter ihr Ziel?

Michael Erzen: „Wir wollen möglichst viele Punkte einsammeln, das ist klar. Spielerisch haben wir auch das Potenzial dazu, aber es muss eben auch vom Defensivverhalten passen.“