Der ganz besondere Derby-Knüller

Foto: Dietmar Reker, www.sportpresse-reker.deFoto: Dietmar Reker, www.sportpresse-reker.de

Es ist angerichtet für ganz besondere 90 Minuten plus x: Mit dem prestigeträchtigen Derby gegen die FSV Werdohl steht dem TuS Langenholthausen an diesem Samstag (16 Uhr) in der Düsterloh-Arena sein erstes Landesliga-Punktspiel der Vereinsgeschichte bevor. Der Knüller zum Saisonstart, er ist sowohl in der Kabine des Aufsteigers als auch am Riesei seit Tagen das Gesprächsthema schlechthin.

Was der ohnehin schon so besonderen Partie eine zusätzliche Würze verleiht, es sind die Personalien. Beim TuS stehen mit Torhüter Markus Grete, Moritz Klamann, Matthes Schröder, Gian-Marco De Luca, Marcus Brüll und Falk Fischer, der beim Staffeltag der Bezirksliga 4 jüngst die Auszeichnung „bester Spieler“ der Saison 2018/19 erhielt, gleich sechs Akteure im Aufgebot, die allesamt schon das FSV-Trikot getragen haben. Und alle sechs Akteure sind nach den letzten Eindrücken der Saisonvorbereitung heiße Kandidaten für die Startelf des nach Erfolgen gierenden Landesliga-Neulings, der sein erstes Pflichtspiel bereits absolviert hat und sich bei der 0:2-Niederlage am vergangenen Sonntag im Westfalenpokal-Erstrundenduell gegen den Westfalenliga-Vizemeister SG Finnentrop/Bamenohl überaus teuer verkaufte.

Zu den Zaungästen in der Düsterloh-Arena am Sonntag zählte auch Fitim Zejnullahu. Der neue Cheftrainer der FSV, der mit seinem Team in den Mittagsstunden trainiert und sich dann auf den Weg nach Langenholthausen gemacht hatte, sah im Westfalenpokal insbesondere in der ersten Halbzeit einen starken Auftritt des Werdohler Auftaktgegners, den er zuvor auch schon beim TuS-Blitzturnier in den Partien gegen den Oberligisten SC Wiedenbrück und den Westfalenligisten SC Neheim beobachtet hatte. Und beim dreitägigen Jubiläumscup am Düsterloh, an dem die Werdohler vor zwei Wochen mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft teilnahmen, standen sich TuS und FSV ja sogar schon für 2 x 30 Minuten gegenüber.

Es war eine Partie, die der TuS dank eines Doppelpacks von Falk Fischer letztlich verdient mit 2:0 gewann. Es war aber auch eine Partie, die angesichts des zur Verfügung stehenden Personals wenig Aussagekraft gehabt haben dürfte für den Ausgang des Landesliga-Auftaktderbys.

„Ich habe Langenholthausen in der Vorbereitung ein paar Mal gesehen und letztes Jahr mal mit Nachrodt gegen den TuS gespielt. Es ist eine Mannschaft, die viel Qualität in ihren Reihen hat, vor allem im letzen Drittel. De Luca, Fischer und Beutler, diese drei Jungs bringen für diese Liga unglaublich viel Qualität mit. Für mich ist Langenholthausen eine komplett fertige Landesliga-Mannschaft“, sagt Fitim Zejnullahu, der dem Gastgeber großen Respekt zollt.

Für den 36-Jährigen, der vor seinem ersten 90 Minüter als Coach eines Landesligisten steht, beginnt mit dem Derby-Knüller bereits „der Kampf um den Klassenerhalt.“ Obwohl sich die Gäste nach dem personellen Umbruch und einer durch Urlaube und Verletzungen etwas holprigen Vorbereitung eher als Außenseiter sehen, ist die Vorfreude bei der FSV auf diese Partie vor sicherlich großer Kulisse vorhanden. „Wir wollen uns nicht verstecken und mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben, dem TuS möglichst viel Stress bereiten. Wenn wir einen Punkt holen könnten, dann würden wir diesen auch sehr gerne mitnehmen. Wir freuen uns auf den Start“, betont Zejnullahu.

Auch Uli Mayer, der Erfolgscoach des Aufsteigers, fiebert mit seinem Team dem Start entgegen. „Eine Vorbereitung zieht sich und ist anstrengend, man braucht sie aber. Doch jetzt geht es endlich los und ich freue mich richtig darauf“, sagt der 51-Jährige, der sich beim eigenen Jubiläumscup einen Eindruck von der FSV machen konnte, sich davon aber nicht ansatzweise blenden lassen wird. „Du kannst einen Gegner sehen und meinst, du hättest Schwachstellen erkannt. Und plötzlich stehen da ganz andere Spieler auf dem Platz. Von daher halte ich von diesen Erkenntnissen wenig“, so Mayer, für den die FSV trotz des Umbruchs keineswegs der Underdog ist: „Werdohl ist ein langjähriger Landesligist und wir wissen, was da auf uns zukommt“.

Seine Elf, die eine richtig gute Vorbereitung absolvierte, sieht Mayer gerüstet für das Abenteuer Landesliga und damit natürlich auch für das Derby. „Ich hoffe, dass wir eine große Kulisse haben werden. Und wir wollen natürlich die drei Punkte holen. Das ist ganz klar.“